Adventskalendervergleichen

Adventskalender im Test: Was Prüfinstitute wirklich fanden

Was Stiftung Warentest, Öko-Test, Verbraucherzentralen und Behörden zu Adventskalendern geprüft haben, wie alt die Ergebnisse sind und welche Kalender noch nie getestet wurden.

Lupe auf einem Holztisch neben Stücken dunkler Schokolade und Kakaobohnen
KI-generiertes Motiv

Wie aktuell die Tests sind

Bevor ein Befund zitiert wird, gehört sein Alter dazu. Eine Untersuchung von 2012 sagt nichts über die Ware von 2026; Rezepturen, Verpackungen und Lieferketten haben sich seitdem geändert. Stand der Recherche: 12.09.2026.

Was bisher niemand getestet hat

Die Befunde im Einzelnen

Verbraucherzentrale Bremen (2025): Adventskalender unter der Lupe: Alkohol nicht immer auf den ersten Blick erkennbar

37 von 80 Kalendern enthielten Alkohol, 43 nicht. Nur 8 der 37 trugen den Hinweis auf der Vorderseite, 17 auf der Rückseite, 12 nur in der Zutatenliste. Neun alkoholhaltige Kalender hatten kindgerechte Designs (Weihnachtsmotive, Spielzeug, Winterszenen) — keiner davon mit Hinweis vorn. Es gibt keine gesetzliche Pflicht zum Frontseiten-Hinweis; die VZ fordert freiwillige, deutliche Kennzeichnung und rät, in der Zutatenliste auf 'Likör', 'Champagner-Marc', 'Crème de Cassis' zu achten.

Umfang: 80 Schoko-Adventskalender im Handel; Alkoholgehalt, Sichtbarkeit des Hinweises, kindgerechte Gestaltung
Fundstelle: www.verbraucherzentrale-bremen.de · Pressemitteilung vom 12.11.2025. Jüngster Prüfinstitut-Befund zu Adventskalendern überhaupt. Keine Preis-/Füllmengenzahlen in dieser Ausgabe.

Verbraucherzentrale Bremen (2024): Adventskalender im Check: So erkennen Sie versteckten Alkohol und mehr

31 von 79 Kalendern enthielten Alkohol, 48 nicht. Nur 5 der 31 zeigten den Alkoholhinweis vorn, 14 nur auf der Rückseite, 12 nannten Alkohol ausschließlich in der Zutatenliste. 18 Kalender aus recycelbarem Material. Preis: Adventskalender kosten das Zwei- bis Dreifache des Kilogrammpreises vergleichbarer Standardprodukte.

Umfang: 79 Schoko-Adventskalender im Handel; Alkohol, Kennzeichnung, Verpackung, Preis
Fundstelle: www.verbraucherzentrale-bremen.de · Pressemeldung vom 13.11.2024 (Ernährungsexpertin Helena Nareyka).

BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) (2023): Fragen und Antworten zu Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln

Die tägliche Aufnahmemenge von Mineralölbestandteilen hat sich laut BfR seit 2012 etwa halbiert. Für MOSH sieht die EFSA-Bewertung 2023 aktuell keinen Grund zur Besorgnis; MOAH — insbesondere mit drei oder mehr aromatischen Ringen — können erbgutverändernde und krebserzeugende Substanzen enthalten und sollen minimiert werden.

Umfang: FAQ, eigener Abschnitt zu Adventskalender-Schokolade auf Basis von Stiftung-Warentest-Daten aus 2015
Fundstelle: www.bfr.bund.de · Stand 31.07.2023. Jüngste BfR-Fundstelle mit Adventskalender-Bezug; keine eigene neue Untersuchung.

Baden-Württemberg, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz / CVUA Stuttgart (2022): Vorweihnachtliche Schwerpunktaktionen der Lebensmittelüberwachung: Gesundheitlich bedenkliche Stoffe und korrekte Kennzeichnung im Fokus

'Zusammenfassend wurde in keiner der 10 Proben der Orientierungswert von 9 mg/kg für die gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) für Süßwaren überschritten; auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) waren in keiner dieser Proben bestimmbar.' Der Eintrag über Druckfarben und Recyclingkarton sei 'durch die Verwendung von Frischfaserkarton und mineralölfreien Druckfarben für die Adventskalender minimiert', Rückstände aus der Schokoladenproduktion 'nicht auffällig'.

Umfang: 10 Proben Adventskalender und andere weihnachtliche Schokoladenerzeugnisse, Mineralölkohlenwasserstoffe (CVUA Stuttgart)
Fundstelle: mlr.baden-wuerttemberg.de · Pressemitteilung vom 21.12.2022 (Minister Hauk). Jüngster behördlicher Adventskalender-Befund im Portfolio-Sinn; CVUA-eigener Beitrag dazu auf ua-bw.de nicht gefunden (Beitrag ID 3064 vom 28.10.2019 behandelt das Mineralöl-Forschungsprojekt allgemein, ohne Kalenderdaten).

Verbraucherzentrale Sachsen (2022): Kostenfalle Adventskalender?!

Bei Süßigkeiten- und Knabber-Kalendern seien die enthaltenen Produkte 'deutlich teurer als die Standardprodukte'; 'Adventskalender mit Kosmetika sind dagegen oft echte Schnäppchen'. Empfehlung: Inhalt laut Packungsangabe mit Einzelpreisen vergleichen; Hinweis, dass teils Auslaufprodukte oder Neuheiten enthalten sind.

Umfang: Keine Erhebung; Einordnung ohne Stichprobe
Fundstelle: web.archive.org · Pressemitteilung vom 25.11.2022; Original-URL https://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/pressemeldungen/lebensmittel/kostenfalle-adventskalender-79169 liefert am 12.09.2026 404. Keine Zahlen — nur als Einordnung zitierfähig.

Öko-Test (2022): Schoko-Nikoläuse im Test: Vorsicht vor Mineralöl zur Bescherung

Große Mehrheit mit auffälligen Mineralölgehalten; MOAH in drei Produkten ('mangelhaft'), sieben 'gut'; kein Aluminium-Befund. Öko-Test verweist auf die EU-Vorgabe, fettreiche Lebensmittel bei MOAH über 1 mg/kg aus dem Regal zu nehmen — die Produkte lagen knapp darunter.

Umfang: 23 Schoko-Weihnachtsmänner (4 vegan, 7 Bio), nur MOSH/MOAH und Aluminium, Heft 12/2022
Fundstelle: www.oekotest.de · Veröffentlicht 22.11.2022. Aufgenommen, weil es der jüngste Öko-Test-Mineralölbefund zu Weihnachtsschokolade ist; für Adventskalender selbst gibt es seit 2018 keinen Öko-Test.

Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (2018): Alkohol im Internethandel — Wie sieht es mit dem Jugendschutz aus?

Nur 8 von 16 Anbietern weisen auf der Produktseite auf das gesetzliche Mindestabgabealter hin; 14 verlangen Volljährigkeit in den AGB; 2 (Norma, Delinero) nirgends. Fazit: 'Der Online-Einkauf von alkoholischen Getränken ist zu einfach'; Forderung, das JuSchG analog zu § 10 Abs. 3 (Tabak) um den Versandhandel zu ergänzen. Zur Rechtslage: Das JuSchG regele 'nicht, ob online eine Altersverifikation zu erfolgen hat'; BMFSFJ und Oberste Landesjugendbehörden sehen den Versandhandel dennoch von § 9 erfasst.

Umfang: 16 Online-Anbieter (8 Händler, 6 Versandhändler, 2 Marktplätze), Erhebung 11.–24.04.2018; Produktgruppen Spirituosen, Wein, Bier
Fundstelle: www.verbraucherzentrale-rlp.de · Stand April 2018. Kein Adventskalender-Check, aber die einzige VZ-Erhebung zur Altersprüfung beim Online-Alkoholkauf — relevant für Gin-/Whisky-/Wein-Kalender.

Öko-Test (2018): Test Adventskalender: Schokolade in fast allen mit Mineralöl belastet

MOSH/POSH in allen 20 Kalendern; nur zwei mit Spuren ('sehr gut': Lindt Hello Mini Emotis, Die Besten von Ferrero), sechs 'gut'. 'Sehr stark erhöhte' Gehalte in vier Kalendern (u. a. Penny Douceur, Windel, Alnatura Puzzle), 'stark erhöht' in acht weiteren. MOAH zusätzlich in drei Produkten (Dragons, Nickelodeon Paw Patrol, Windel) — 'mangelhaft'. Kein Gesamturteil, nur 'Testergebnis Mineralöl'.

Umfang: 20 Schoko-Adventskalender (davon 3 Bio), ausschließlich auf MOSH/POSH und MOAH geprüft, Heft 12/2018
Fundstelle: web.archive.org · Veröffentlicht 22.11.2018 (Autoren Christian Ippach, Kai Thomas). Die Original-URL https://www.oekotest.de/essen-trinken/Test-Adventskalender-Schokolade-in-fast-allen-mit-Mineraloel-belastet_111549_1.html leitet seit 2022 auf den Schoko-Nikoläuse-Test um (geprüft 12.09.2026) — Kalender-Ergebnisse nur noch im Archiv.

LGL Bayern (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) (2016): Bestimmung von Mineralölbestandteilen in Adventskalendern

MOSH in allen Schokoladen (0,6–12,5 mg/kg, Fraktion >C16–≤C35), MOAH in drei Produkten in geringen Gehalten (0,5–0,7 mg/kg); Kartons mit MOSH 16–89 mg/kg, aber ohne MOAH (Frischfaser, mineralölfreie Druckfarben). Bewertung: kein Anlass zur Besorgnis, Gehalte rechtlich nicht zu beanstanden, geringer Beitrag zur Gesamtexposition.

Umfang: 5 Schoko-Adventskalender, Schokolade und Karton, Oktober/November 2016
Fundstelle: www.lgl.bayern.de · Letzte LGL-Adventskalender-Untersuchung; URL-Muster ue_2017 bis ue_2025 liefern 404 (geprüft 12.09.2026). Betroffene Produkte laut Berichterstattung: Netto 'Santa Claus in town', Goldora (Norma) — die Namen stehen nicht auf der LGL-Seite selbst.

LGL Bayern (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) (2015): Bestimmung von Mineralölbestandteilen in Adventskalendern

10 von 11 Kartons aus Frischfaser, einer aus Recyclingmaterial; vier Kalender mit Barriere (Alufolie/Kunststoffbeschichtung). MOSH in allen Schokoladen; MOAH in fünf Schokoladen in geringen Konzentrationen — bei vier davon ohne MOAH-Nachweis in der Verpackung, also aus anderer Quelle. Bewertung: 'Der Verzehr von Adventskalenderschokolade gibt … keinen Anlass zur Besorgnis' (ein Stück täglich über 24 Tage, geringer Beitrag zur Grundbelastung von 0,03–0,3 mg MOSH/kg KG/Tag).

Umfang: 11 Schoko-Adventskalender, Schokolade und Karton, November 2015
Fundstelle: www.lgl.bayern.de · Produktnamen wurden erst nach foodwatch-Anfrage acht Tage vor Weihnachten veröffentlicht (foodwatch ist NGO, nicht Fundstelle).

Verbraucherzentrale Hamburg (2013): Adventskalender: wenig Inhalt für viel Geld

Süßigkeiten in Adventskalendern kosteten mindestens das Zweieinhalbfache, bis zu das Vierfache der Standardpackungen. Höchster Aufschlag: Nimm 2 (Storck) 9,99 € = 323 % über den einzeln erhältlichen Produkten (2,36 €); Haribo über 283 %. Lindt Hello: 11,24 € des Preises entfallen rechnerisch auf Verpackung, Grundpreis 84,50 €/kg; After Eight Turm 86,43 €/kg.

Umfang: 10 Süßwaren-Adventskalender aus 7 Geschäften, Preisvergleich Kalenderinhalt vs. Standardpackung
Fundstelle: web.archive.org · Pressemitteilung vom 08.11.2013; Original-URL http://www.vzhh.de/presse/322774/adventskalender-wenig-inhalt-fuer-viel-geld.aspx nicht mehr erreichbar. Ein späterer VZHH-Kalendercheck (After Eight +221 %, Ritter Sport +206 %) ist nur bei t-online nachzulesen, die VZHH-Originalseite dazu wurde nicht gefunden — daher nicht als eigener Eintrag.

BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) (2012): Mineralöle in Schokolade und anderen Lebensmitteln sind unerwünscht — BfR schätzt die Untersuchungsergebnisse von Stiftung Warentest ein

Gehalte bis zu 7 mg aromatische Kohlenwasserstoffe pro kg Schokolade. Das BfR hatte bereits im Dezember 2009 darauf hingewiesen, dass der Übergang von Mineralölbestandteilen aus Recyclingkarton grundsätzlich zu erwarten ist; die Untersuchung bestätige, 'dass eine Vermeidung dieses Übergangs prinzipiell möglich ist, da bei einem Teil der untersuchten Kalender in den Schokoladen keine dieser Substanzen nachgewiesen wurde' (BfR-Präsident Hensel).

Umfang: Vorläufige gesundheitliche Einschätzung auf Basis der von Stiftung Warentest übermittelten Daten (24 Kalender)
Fundstelle: web.archive.org · Original-URL https://www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2012/41/mineraloele_in_schokolade_und_anderen_lebensmitteln_sind_unerwuenscht-132174.html leitet seit dem BfR-Relaunch auf die Presseübersicht um (geprüft 12.09.2026); das zugehörige PDF /cm/343/untersuchung-von-mineraloelrueckstaenden-durch-die-stiftung-warentest.pdf liefert 404. Datum 28.11.2012.

Stiftung Warentest (2012): Adventskalender mit Schokoladenfüllung: Mineralöl in der Schokolade

In allen 24 Kalenderschokoladen wurden Mineralölrückstände nachgewiesen; in 9 Produkten auch aromatische Mineralöle (MOAH), am höchsten bei Arko, Confiserie Heilemann und Rausch. 12 Kalender waren nur gering mit nicht-aromatischen Mineralölen belastet — ein Stück pro Tag hielt die Stiftung dort für vertretbar; bei den stark belasteten (u. a. Aldi Süd/Wintertraum, Aldi Nord/Reichsgraf, Schlümpfe) gab sie keine Empfehlung. Quelle vermutet: Recyclingkarton und Maschinenöle der Produktionskette.

Umfang: 24 Schoko-Adventskalender für Kinder, geprüft auf MOSH/MOAH
Fundstelle: www.test.de · Veröffentlicht 26.11.2012, Updates 26.11. (Arko nahm Produkt aus dem Verkehr) und 28.11.2012 (Abgleich mit BfR). Unterseiten: 'So haben wir getestet' (…-4473263), 'Unser Rat' (…-4472334), 'Das können die Hersteller tun' (…-4473014).

Wie wir damit umgehen

Wir führen keine eigenen Labortests durch und behaupten das nirgends. Wo ein Kalender von einem Prüfinstitut untersucht wurde, nennen wir das mit Jahr und Fundstelle; wo es keine Untersuchung gibt, sagen wir auch das. Wer mit „getestet“ wirbt, meint in aller Regel Redaktions- oder Nutzerbewertungen, nicht die Arbeit eines Prüfinstituts.

Häufige Fragen

Hat Stiftung Warentest Adventskalender getestet?

Ja, zuletzt 2012 Schokoladen-Adventskalender auf Mineralölrückstände. Einen jüngeren Adventskalender-Test der Stiftung Warentest haben wir bei der Recherche am 12.09.2026 nicht gefunden.

Gibt es Tests von Beauty-Adventskalendern?

Von Prüfinstituten nicht: Weder Stiftung Warentest noch Öko-Test noch die Verbraucherzentralen haben nach unserer Recherche Beauty- oder Kosmetik-Adventskalender untersucht. Angaben wie „getestet“ stammen von Redaktionen oder Nutzern.

Ist Mineralöl in Schokoladen-Adventskalendern noch ein Thema?

Die großen Untersuchungen stammen von 2012 (Stiftung Warentest) und 2018 (Öko-Test); eine behördliche Stichprobe aus Baden-Württemberg von 2022 fiel nach den Angaben des Untersuchungsamts unauffällig aus. Aktuellere Reihenuntersuchungen haben wir nicht gefunden.

Quellen

  1. Fundstellen bei den Instituten selbst (test.de, oekotest.de, verbraucherzentrale.de, Landesuntersuchungsämter), je Befund oben verlinkt - Stand 12.09.2026

Preise und Inhaltsangaben stammen von den Produktseiten der Anbieter; Prüfergebnisse und Rechtstexte verlinken wir bei der Institution selbst. Andere Vergleichs- oder Ratgeberseiten zitieren wir nicht. Zuletzt geprüft: 12.09.2026. Angaben ohne Gewähr.

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